roter hund's artikel

roter hund's artikel · 14. Dezember 2017
Nachdem sich meine Augen an die Dunkelheit in dem Karton gewöhnt hatten, entdeckte ich ein kleines Loch an einer Ecke. Es war gerade so groß, dass ich die vorbeiflitzenden Lichter von Straßenlaternen sehen konnte, die für Sekunden durch die hintere Scheibe des Busladeraums fielen. Ich hatte keine Chance, mich aus diesem Karton zu befreien, denn jedes Mal, wenn ich versuchte, meine Nase durch das Loch zu stecken, ...
roter hund's artikel · 13. Dezember 2017
Ich spürte noch die Perlenschnüre des sich langsam wieder zur Ruhe setzendes Perlenvorhangs an meinem roten Hinterteil, doch blieb mir keine Zeit, über das Verschwinden des grauen Anzugmanns nachzudenken, weil mich in diesem Moment eine Hand unter meinem Bauch packte, dort, genau an der Stelle, wo ich es überhaupt nicht ausstehen kann, und mich vom Boden der Bar hochriss, als wolle sie mir zeigen, wie man die Schwerkraft außer Kraft setzen kann.

roter hund's artikel · 07. September 2017
Der grau beanzugte Mann war nun einige Kilometer aus dem Stadtviertel hinaus stumm vor mir hergelaufen und ich war ihm auf die unauffälligste Art gefolgt, die ein roter Hund an den Tag legen kann. Ich dachte schon, er wolle den Rest seines Lebens so weiter geradeaus laufen, als er plötzlich auf dem Fuße stehen blieb, um dann zielstrebig nach rechts in eine schummrig beleuchtete Bar abzubiegen.
roter hund's artikel · 20. August 2017
Im Kegel der Straßenlaterne schimmernd lag diese kleine Münze also da. Sie war an manchen Stellen leicht verdreckt, was ihrer Faszination auf mich keinen Abbruch tat. Sie sah aus als käme sie nicht von hier, sondern anderswo her. Ich versuchte, die Schriftzüge zu entziffern...

roter hund's artikel · 05. August 2017
Kaum hatte ich mir den Weg durch die freiheitsfeiernden Fremden gebahnt, wurde die Stadt von einer ungewohnten Stille überdeckt. Gedämpft wie durch Watte hörten meine roten Ohren die fetten Stimmen und die Musik aus den Ghettoblastern auf ihren Schultern. Je weiter ich mich vom Zentrum dieser neu gewonnenen Freude entfernte, desto einsamer wurde der Asphalt. Schon bald war ich ganz allein mit einer Reihe Straßenlaternen, die ihre orangegelben Kegel auf die schmale Seitenstraße stellten.
roter hund's artikel · 05. August 2017
Als ich meine Augen wieder öffnete, sah ich alles um mich herum durch einen graustaubigen Schleiher, wie von tiefliegenden Wolken umgeben, nur roch ich, dass ich nicht im Himmel war, sondern immer noch auf dem kalten Asphalt dieser Stadt, die mich nicht loszulassen schien. In meine Nase stoch ein Cocktail aus nassem Beton, in Lack getränkten Luftballons und dem Schweiß tausender Menschen, die endlich die Freiheit gewonnen hatten, von der sie fast nicht mehr zu träumen gewagt hatten.

Folge mir unauffällig...


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